Poli-Tour an der 62. OS in Pirna

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#Aktuelles, #Ergebnisse, #Projektbericht

Seit Oktober vergangenen Jahres haben wir mit unserem Projekt Poli-Tour eine kleine Gruppe an der Evangelischen Oberschule in Pirna begleitet. Am Ende ist eine umfangreiche Actionbound-Tour durch Pirna entstanden, die sich auf die Spuren der DDR begibt. Es ist also Zeit, ein Fazit zu ziehen.
Nach den ersten zwei Projektterminen war noch nicht so klar, welches Thema wir überhaupt auf unserer Stadttour behandeln wollen. In zwei intensiven Brainstorm-Sitzungen hatten unsere Teilnehmerinnen nämlich einige gute Ideen. So gab es die Idee, Pirna zur Zeit des Mittelalters unter Lupe zu nehmen. Eine weitere Teilnehmerin schlug vor, sich die Perspektive von Geflüchteten in Pirna anzuschauen, da sie durch ein Praktikum bereits Kontakt mit dem Thema hatte. Ein weiterer Vorschlag sah vor, die aktuellen Geschehnisse in Pirna mal genauer unter die Lupe zu nehmen: was bewegt die Menschen in Pirna gerade besonders, worüber wird besonders viel diskutiert? Letztendlich fiel die Entscheidung der Gruppe auf einen weiteren Vorschlag, der vorsah, sich mit der DDR zu beschäftigen. Die Idee lag für die Teilnehmerinnen besonders nahe, da die DDR-Vergangenheit irgendwie immer noch greifbar war – seien es ihre Eltern, die in der DDR aufwuchsen oder verschiedene Orte in Pirna, die immer noch an den Staat erinnern, der bis vor 30 Jahren noch existierte.
Wir wollten uns also der Geschichte der DDR nähern und herausfinden, wie das Leben damals so gewesen ist. Und am Ende sollte all das ja noch in einer Actionbound-Tour landen. Wo also anfangen, wenn nur sehr wenig Vorwissen besteht?

Zuallererst verschafften wir uns einen historischen Überblick und bastelten uns dazu eine bunte Zeitleiste, die uns über die wichtigsten Ereignisse informierte. In den nächsten Terminen nahmen wir in Gruppenarbeiten die Bereiche Schule, Jugend & Freizeit und das Ministerium für Staatssicherheit unter die Lupe. Als Jahresabschluss sahen wir uns vor den Weihnachtsferien den Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmark an.
Da wir nicht nur über die DDR lesen wollten, sondern auch aus erster Hand erfahren wollten, wie Menschen die Zeit in der DDR erlebt haben, planten wir ein Zeitzeugengespräch. Die Schule konnte uns nämlich an Frau und Herr Nöpel aus Pirna vermitteln, die zur Zeit der DDR in der „roten Kaserne“, dem heutigen Schulgebäude, gewohnt hatten.
Im Vorfeld bastelten wir einen Fragenkatalog. Uns wurde auch klar, dass Zeitzeugen keine Geschichtsbücher sind, die objektiv berichten und aus verschiedenen Perspektiven einnehmen können. Deren Erzählungen sind immer subjektiv und berichten über historische Sachverhalte aus der eigenen Perspektive. Unterbewusst erzählen wir die eigene Geschichte auch meist so, dass sie für uns logisch klingt und einen „roten Faden“ hat.
Dann war es endlich so weit: fast zwei Stunden redeten wir mit dem Ehepaar Nöpel und zeichneten alles auf Video auf. Einige Ausschnitte aus dem Interview haben es auch in die Actionbound-Tour geschafft.

Nachdem wir damit schon einen riesen Berg an Arbeit gewuppt hatten, lag ein weiterer noch vor uns: die Erstellung der Actionbound-Tour. Denn all das, was wir uns Woche für Woche erarbeitet hatten, sollte ja nun auch von euch nachgespielt werden können. An dieser Stelle ein kleiner Spoiler: ja, wir sind fertig geworden. Und von der Tour überzeugt ihr euch am besten selbst, ihr findet sie ab sofort in der Actionbound-App (in der App den QR-Code scannen, den ihr unten in den Bildern seht).

Wir sind ganz schön stolz auf diese umfangreiche Tour und hoffen, dass ihr beim Spielen auch noch was Neues lernt.

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